Unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Regelungen sowie der derzeitigen Dynamik des Infektionsgeschehens empfehlen die übergeordneten Stellen von der Durchführung öffentlicher Gedenkveranstaltungen abzusehen. Von daher werden ich in diesem Jahr am Volkstrauertag lediglich einen Kranz am Kriegerdenkmal niederlegen, die jährliche Gedenkveranstaltung unter Einbindung des MV St.-Nikolaus-Norath findet nicht statt. Dennoch sollte der Volkstrauertag auch in diesem Jahr nicht in Vergessenheit geraten. Der Volkstrauertag ist ein Tag, an dem wir aller Opfer der Kriege gedenken. Ein stiller Tag, an dem uns die Toten mahnen, nichts und niemanden zu vergessen.

Wir denken

an die Opfer von Gewalt und Krieg, Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken

der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer,

die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer,

die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft leisteten, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern

um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung und um die Opfer sinnloser Gewalt.

 

Wenn wir uns am Volkstrauertag vor den Opfern von Krieg und Gewalt verneigen, dann schließt das die Verpflichtung mit ein, dass wir alles in unseren Kräften Stehende tun, um die Wiederholung solcher Opfer und sinnloser Kriege zu verhindern.Schließlich sind es die Erinnerungen an die einzelnen Opfer des nationalsozialistischen Kriegs- und Rassenwahns, die an diesem Tag besonders weh tun – der Verlust von Angehörigen, von Freunden und Nachbarn, von Familie, von zu Hause, von der Heimat.

 

Frank Morschhäuser, Ortsbürgermeister